Mitte der 80er begann ich elektronische Musik zu schreiben und zu produzieren. Daraus entstanden mehrere Projekte mit verschiedenen Sängern/innen und auch Solo-Projekte, wie „the artist formerly unknown“.
Perspex Hearts in the Fog (1985-1986)
Mein erstes Projekt PHF startete ich 1985 mit meinem Schulfreund Dirk als Sänger. Der Name war natürlich stark von OMD inspiriert, aber die Musik war wesentlich experimenteller. Ich programmierte einige Titel auf dem Commodore 64 mit der Software „Sound Monitor“ und einem früher C64 Sample-Modul. Da der Soundchip des C64 nicht allzu Leistungsstark war, nahmen wir die Lieder auf ein 4-Spur-Tape mit mehreren Overdubs auf. Das Ergebnis waren einige schlecht produzierte Synthpop-Tracks, die wie eine Mischung aus „Art of Noise“, „the Human League“ and „OMD“ klangen.
Delete Delete (1987-1989)
Beeinflußt von Industrial und EBM Künstlern wie Klinik, áGrumh, Skinny Puppy, Throbbing Gristle, NON, Current 93, Severed Heads und unseren Pop-Helden OMD, Depeche Mode, Human League und New Order, versuchte ich gemeinsam mit Sänger Manfred diese Einflüsse zu kombinieren. Wir benutzten damals eine nette Auswahl an Equipment, die ich heute gerne noch hätte (siehe Auflistung auf dieser Seite). 1988 veröffentlichten wir immerhin 2 Tapes und gaben einige „merkwürdige“ Konzerte auf Schulfesten, bei denen ich auf mit Percussion-Synths ausgestatteten Weinkisten herumschlug. Für ein Konzert in der Krone 1989 entschieden wir uns dann etwas melodischer zu werden. Mit unserem neu engagierten Keyboarder und engen Freund Axel nahmen wir ein paar neue Songs auf und überarbeiteten unsere älteren Stücke entsprechend. Das Konzert war legendär, aber leider trennten wir uns bevor das dritte Tape veröffentlicht wurde. Warum weiß ich selbst nicht mehr genau. Wahrscheinlich „künstlerische Differenzen“.
Truth or Dare (1990-1995)
In dieser Zeit schrieb ich eine Menge Pop-Songs. Einige dieser Tracks wurden später für „Commercial“ und „The artist formerly unknown“ verwendet und 2 Tracks erschienen auf der Kompilation „In neutraler Zelle kein Zwang“ auf dem gleichnamigen Label, dass ich seinerzeit mit meinen Freunden Marc und Matthias betrieb.
Banality (1996)
1996 gründete ich zusammen mit einem weiteren Schulfreund „Banality“. Wir produzierten eine Demo-CDr „Demonstration“ um sie in London an den Mann zu bringen. Wir klapperten nahazu alle Labels in London zu Fuss ab, um uns mit unserer Musik persönlich vorzustellen. Unser klassischer 80s Synthpop war 1996 leider nicht sehr populär und wir wurden selbst von den wenigen Labels abgelehnt, die uns empfangen hatten.
Commercial (1996-1999)
Enttäuscht benannten wir uns um in „commercial“ und versuchten etwas mehr nach 90s zu klingen. Immerhin veröffentlichten wir im Eigenvertrieb das Mini-Album „Concepts“ (500 Kopien) und schickten 90 Kopien davon an deutsche Labels. Das Feedback war wieder frustrierend: „Der Gesang sei zu sehr 80s und der Sound ist nicht fett genug für die Charts“. Aus Trotz versuchten wir einen „Hit“ zu produzieren und ich schrieb „Forever“, was wir dann 1998 als Single-CD im Eigenvertrieb veröffentlichten. Den Refrain sang unsere Freundin „Antonia“ um etwas mehr nach „90s“ zu klingen. Immerhin war der Song Nummer 1 in den Radio-Charts des lokalen Radio-Senders „Radar“ und sogar Nummer 2 in den entsprechenden Jahres-Charts 1998 (direkt hinter Culture Beat). Auch der Song „Coloured Lights“ schaffte es in die regionalen Charts, aber trotzdem war kein Label interessiert. Immerhin konnten wir 1998 ein paar Gigs spielen, für die wir weitere Songs schrieben. Obwohl die Auftritte und auch die neuen Songs sehr vielversprechend waren, schlief das Projekt leider ein.
The artist formerly unknown (1998-2018)
Danach schrieb ich diverse Demos mit verschiedenen Sängerinnen und produzierte vier Alben als „The artist formerly unknown“. Dieses Synonym wählte ich, weil ich in all meinen Projekten eher den klassischen „Technik-Part“ im Hintergrund übernahm. Ursprünglich wollte ich Trance machen, aber schnell verwarf ich den Genre-Zwang und produzierte melodische, tanzbare, elektronische, Instrumentalmusik. Es klang wie ein Mix aus Trance, Ambient, Synthpop und Soundtracks.
Mostly Harmless (seit 2015-?)
Da ich die Popmusik vermisste, veröffentlichte ich 2015 eine Anzeige in einem lokalen Blatt um eine neue Stimme zu finden. Es meldete sich Singer/Songwriter Janice und wir überlegten, ob wir zusammen Musik machen wollen. Als wir uns das erste mal trafen, beeindruckte mich ihre Stimme und ihr musikalisches Talent. Außerdem haben wir einen ähnlichen Humor. Das Ergebnis ist die EP „Get connected“, die wir auf Soundcloud und Bandcamp veröffentlichten. Das erste Mal in meinem Leben nahm ich Gitarren auf und mischte sie ab. 2018 veröffentlichte ich die EP widerwillig auf den gängigen digitalen Plattformen incl. Amazon, Apple und Spotify, damit die Musik ein paar Zuhörer finden kann. Auch wenn inzwischen 3 Titel auf der Compilation-Serie „electropop“ auf Conzoom erschienen sind, ruht das Projekt zur Zeit, da Janice bei anderen Projekten eingebunden ist. Ich hoffe, da kommt noch mehr…
Elekthromas (seit 2019)
Nach all dem Durcheinander und der Abhängigkeit von Sängern/innen habe ich mich dazu entschieden, als „Elekthromas“ mit meiner eigenen Stimme mehr zu experimentieren. Dabei kam während des Lockdowns im April der Titel „Social Distance“ heraus, zu dem ich auch ein kleines Video produziert habe.