Konzert 2022.06: ABC
23.6.2022, Royal Albert Hall, London, Gesamtbewertung: 9,6
Bewertungen (0-10)
Künstler/Band: 10
Musik: 9
Sound: 10
Bühnenbild: 8
Location: 11
Nachdem mich ABC im Mannheimer Capitol 2016 absolut begeistert hatten, war mir klar, dass ich ABC noch einmal sehen muss. Als ich dann das Konzept „Lexicon of love“ in der Royal Albert Hall in London entdeckt hatte, war klar: Ich muss wohl wieder mal nach London fliegen. Inzwischen ist ja auch die Corona-Situation etwas „entspannter“ und ich fand sogar eine hervorragende Begleitung für den Trip.
The Lexicon of Love von 1982 ist für mich bis Heute eines der besten Pop-Alben aller Zeiten. Ein Hit jagt den anderen. Die Produktion von Trevor Horn (ZTT, Frankie goes to Hollywood, Buggles, Propaganda, Art of Noise), das Orchester von Anne Dudley arrangiert und geleitet (ebenfalls Art of Noise uvm.) und die Fairlight Programmierung von J.J. Jeczalik (ebenfalls Art of Noise und unzählige Fairlight-Programmierungen für allerlei Künstler, wie Pet Shop Boys, Visage, Gina X, Frankie, etc) haben 1982 Maßstäbe gesetzt. Die phantastische Stimme von Martin Fry war dann das Sahnehäubchen. Ein Album, das förmlich danach schreit, mit einem Orchester aufgeführt zu werden. Das erfuhr ich aber erst, als ich die Tickets in London in Empfang nahm. Zuerst war ich erschrocken, dann relativ schnell begeistert.
Die Royal Albert Hall hat mich bereits von außen schwer beeindruckt, aber auch das Einlass-Konzept mit rund 12 Eingängen rund ums Gebäude mit jeweils eigenem Eingangsbereich und Bar, sowie die Innenarchitektur inkl. Kirchenorgel haben mich völlig weggeschossen. Was für eine geile Location! Und: Die Sitze waren drehbar! Wie geil ist das denn?





OK, werden wir etwas sachlicher. Wobei das eigentlich schwierig ist, denn als erstes kam tatsächlich Anne Dudley höchstpersönlich auf die Bühne um das Southbank Sinfonia Orchestra zu dirigieren. Mein Mund stand offen und ich hab mich nicht mal über das furchtbare Eröffnungslied (When smokey sings) aufgeregt, dass ich eigentlich total hasse. Es war alles so schön…
Ab da gab es erstmal ein kleines Best of, wo ich mir natürlich noch ein paar Songs gewünscht hätte (z.B. King without a crown, That was then but this is now, Singer not the song oder By Default by design), aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau. Die Setlist war super. Ab Titel 13 wurde dann das Album „Lexicon of love“ komplett chronologisch gespielt. Als Zugabe dann Look of love ein zweites Mal. Da hätte ich lieber noch was anderes gehört, aber die Halle bebte bei der Zugabe. Der ganze Saal stand und sang mit.
Musikalisch gibt es garnicht viel zu sagen. Das Orchester hat unter der Leitung von Frau Dudley hervorragend gespielt, die Band mit Gitarre, Bass und Synth fügte sich harmonisch ein und Martin Fry war großartig wie immer. Der Mann kann einfach singen und ist auch ein toller Entertainer. Insgesamt ein Konzert der Spitzenklasse, an das ich mich noch sehr lange erinnern werde.
Top Gänsehaut-Momente:
Eigentlich nonstop, aber besonders bei Valentines Day, 4ever2gether, All of my heart und Look of love.








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