Midge Ure „Voice & Vision“ in Aschaffenburg

Konzert 2022.08: Midge Ure & Band Electronica „Voice & Visions“

1.10.2022, Colos-Saal, Aschaffenburg, Gesamtbewertung: 8,4
Support: India Electric Co

Bewertungen (0-10)
Künstler/Band: 10
Musik: 9
Sound: 9
Bühnenbild: 6
Location: 8

Wieder so ein Konzert, dass bereits dreimal verschoben wurde. In diesem Fall aber eigentlich ganz gut, denn während des Lockdowns konzipierte Midge Ure als Fortsetzung seiner genialen „1980“ Tour von 2019, auf der er seine beiden 1980er Meisterwerke „Vienna“ und das erste „Visage“ Album feierte. Jetzt sollten die Ultravox-Alben „Rage in Eden“ und „Quartet“ im Mittelpunkt stehen. Auch sehr geil, denn damit wären dann meine 3 Lieblingsalben von Ultravox abgebildet. Also wurde aus dem ursprünglichen Midge Ure Solo-Programm das vielversprechende „Voice & Vision“.

Umso cooler, dass ich damals sogar VIP-Tickets mit einem „Meet & Greet“ gekauft hatte, die natürlich immernoch gültig waren. Also durften wir 1 Stunde früher rein und konnten uns bei Midge ein Autogramm abholen und ein paar Worte mit ihm wechseln. Er ist halt immernoch ein netter Kerl. Es begann also sehr gut…

Nun zum eigentlichen Konzert. Nach dem üblichen netten Vorspiel der Begleitband „India Electric Co“, ging es dann los. 2019 holte er das Publikum direkt 1980 ab, indem er mit den alten Songs startete. Den Best of Part danach hätte ich mir damals schon sparen können. Dieses Mal begann er sogar mit dem „Best of“, was mich ziemlich abtörnte. Nach dem mittelmäßigen „Dear God“ und dem schwülstigen „If I was“ fiel es mir schwer die Zeitreise anzutreten. Obwohl bis auf „Accent on Youth“ und „The Ascent“ alle Titel von „Rage in Eden“ gespielt wurden, fehlten mir am Ende einige Titel. Zum Beispiel die genialen B-Seiten der Ära „I never wanted to begin“ und „Paths & Angels“. Auch von „Quartet“ fehlten einige Titel. Zum Beispiel „When the scream subsides“, „Cut & Run“ und „The Song (we go)“. Stattdessen gabs als Zugabe neben dem obligatorischen (und willkommenen) „Vienna“ noch 2 weitere Songs von „Vienna“: „Astradyne“ und „All stood still“. Ich finde solche Konzept-Konzerte ja wirklich sehr geil, aber ich würde mir wünschen, dass sich die Künstler etwas disziplinierter an ihre Konzepte halten. Bei der 1980 Tour hat es Midge Ure zumindest deutlich besser umgesetzt.

Dennoch war es natürlich musikalisch gesehen ein sehr gutes Konzert. Midge und seine Band waren wie immer sehr gut drauf und der Sound war auch sehr gut. Die Visuals waren passend, aber relativ unspektakulär.

Zwei Anmerkungen noch zum Colos-Saal: Es war viel zu voll, was mich dazu verleitete freiwillig eine Maske zu tragen, was schon etwas nervt über einen so langen Zeitraum. Zum anderen war ich TOTAL genervt vom „Vorprogramm“. Das Colos-Saal hat Eigenwerbung gemacht, indem eine Leinwand vor der Bühne runtergelassen wurde, auf der dann alle Bands per Video präsentiert wurden, die demnächst dort spielen würden. Soweit so gut, aber es handelte sich dabei zu 96% um Metal und Hardrock und die Lautstärke machte es unmöglich, das ganze auszublenden. Ich hatte Kopfschmerzen, bevor es losging. Und da wir als VIPs schon eine Stunde früher da waren, hatte ich auch noch Rücken. Ich bin wohl langsam zu alt für diese Scheisse… 😉

Top Gänsehaut-Momente:
Visions in Blue, Your name has slipped my mind again…


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